Zukunftsbranchen

IKT-Sektor

Der Informations- und Telekommunikationssektor (IKT) in Deutschland trägt mehr zur gewerblichen Wertschöpfung bei als traditionelle Wirtschaftsbranchen wie der Maschinenbau oder die Automobilindustrie bei. Der IKT-Sektor erreichte einen Umsatz in Höhe von 85 Mrd. EUR und war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 4,7 % an der Bruttowertschöpfung in der gesamten gewerblichen Wertschöpfung beiteiligt.

Der IKT-Sektor ist eine der innovationsstärksten Branchen in Deutschland. Rund 7,4 % des Umsatzes wird in innovative Projekte investiert und ca. 80 % der Unternehmen arbeiteten intensiv an innovativen Lösungen. Dank seiner Flexibilität und breiten Einsatzmöglichkeiten für die Informations- und Telekommunikationstechnologien ist der ITK-Sektor eine Schlüsselbranche für andere Sektoren und trägt wesentlich zur Arbeitsproduktivität bei.

Der IKT-Sektor ist mit 23 % an dem Anstieg der Arbeitsproduktivität in der deutschen Wirtschaft in dem Zeitraum 1995 – 2010 beteiligt.
Die gesamte Internetwirtschaft, mit E-Business, Datenübertragung und Online-Spielen, setzte 2012 etwa 79 Mrd. EUR um, dies entspricht einem Anteil am Bruttoinlandprodukt von drei Prozent. Gemessen am Bruttoinlandprodukt ist die Internetwirtschaft in den Jahren 2010 – 2012 stabil weiter gewachsen.

Der Umsatz im Bereich mobile Datendienste ist in den letzten 10 Jahren im Schnitt um 15% jährlich gewachsen und betrug im Jahr 2012 rund 9 Mrd. EUR. Im Segment der Webanwendungen und IT-Dienstleistungen, darunter Cloud Computing, betrug der Umsatz rund 24 Mrd. EUR, was den größten Anteil in der gesamtem Internetwirtschaft ausmacht.

Automobilindustrie

Der Jahresumsatz der deutschen Automobilbranche hat 2013 den Rekordwert von 361,6 Mrd. EUR erreicht und ist um 1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insbesondere der Auslandsumsatz (mit 234,6 Mrd. EUR und einem Plus von 3%) hatte eine positive Wirkung und machte zwei Drittel des Gesamtumsatzes aus. Im 2013 wurden in Deutschland rund 126,9 Mrd. EUR erwirtschaftet – etwa 1% weniger als im Vorjahr. Trotz der Globalisierung der Märkte bleibt die deutsche Automobilindustrie weiterhin wettbewerbsfähig.

Biotechnologie

Das Jahr 2013 war für die Branche nicht sonderlich erfolgreich. Obwohl sich die Finanzierung an der Börse verbessert hat, sanken der Branchenumsatz, die Mitarbeiterzahlen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung jedoch im Vergleich zu 2012. Die Zahl der Beschäftigten in den dedizierten Biotech-Unternehmen (nach OECD) ist auf 16.950 zurückgegangen, was einen Rückgang um 2,8 % bedeutet. Die Zahl der Unternehmen ist um 0,9 % auf 570 gestiegen.

Der Tätigkeitsbereich der Biotech-Firmen in Deutschland ändert sich seit Jahren nicht und entspricht den weltweiten Trends. Der Branchefokus in Deutschland liegt hauptsächlich in Forschung und Entwicklung von neuen Medikamenten, Impfstoffen und innovativen diagnostischen Methoden – 275 Unternehmen, und somit fast die Hälfte aller Unternehmen (48,2) ist im Bereich „roter” Biotechnologie tätig, die sich jedoch auch im Wandel befindet.

Die Zahl der Unternehmen, die hauptsächlich Medikamente entwickeln, welche eine oder mehrere biologisch aktive Substanzen ab der klinischen Phase I in der Pipeline haben, ist rückläufig – 2013 waren es 48 Unternehmen, im Vorjahr noch 55. Die Zahl der Unternehmen, die sich mit neuen diagnostischen Anwendungen beschäftigen ist hingegen um vier auf insgesamt 77 gestiegen.

Die sonstigen medizinischen Biotech-Firmen bieten eine Technologieplattform als Dienstleistungen oder befinden sich mit ihren Medikamenten noch im präklinischen Bereich. Die Zahl dieser Unternehmen ist 2013 um 5 auf 145 gestiegen.

Logistik und Güterverkehr

Im Jahr 2014 wurde im Logistiksektor erneut Zuwachs verzeichnet, dies war bedingt durch die stetige Nachfrage nach Lager- und Distributionsräumlichkeiten, insbesondere mit der Möglichkeit für Kreuzverkuppelung, und die Tatsache, dass die Mietkosten für Lagerobjekte im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf relativ niedrigen Niveau geblieben sind.

Die Bundesvereinigung Logistik prognostiziert für das Jahr 2014 die Einnahmen im Bereich 232 bis 236 Mrd. Euro. Im 2012 betrug der Umsatz im Logistiksektor rund 228 Mrd. Euro, 2013 waren es 230 Mrd. Logistik hat den drittgrößten Umsatz in Deutschland, etwa die Hälfte wird in den Logistikabteilungen der Wirtschafts- und Handelsunternehmen, die andere Hälfe durch die Logistikdienstleister erbracht.

Bauindustrie

Für das Jahr 2014 wird ein Umsatzwachstum von etwa 3,5 % (bis 98,6 Mrd. EUR) prognostiziert, da der Wohnungsbau mit dem Plus von 5,1 % jährlich für den Aufschwung sorgt. Der Zuwachs im öffentlichen Bau wird auf 3,5 % geschätzt und im Wirtschaftsbau auf 2,5 %.
Das Umsatzwachstum soll 2014 sowohl in den alten als auch den neuen Bundesländern das gleiche Niveau von 3,5 % erreichen. Es wird geschätzt, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der Branche weiterhin stabil entwickelt – bis zu 760.000 mit dem Plus von ca. 1% – bei dieser Schätzung wurde auch der Fachkräftemangel berücksichtigt.

Dank der Konjunktur im Wohnungsbau im ersten Quartal kann man positive Bilanz in der Branche prognostizieren; zu diesem Ergebnis trägt insbesondere der Bau von Mehrfamilienhäusern bei. Im 2012 wurden in Deutschland 177.000 und 2013 ca. 200.000 Wohnungen errichtet; für das Jahr 2014 werden 225.000 geschätzt.

Chemie und Pharmazie

Die Chemieindustrie in Deutschland erzeugt hauptsächlich Halbprodukte für die produzierende Industrie – lediglich 15 % der Produkte ist für den Endverbraucher bestimmt, darunter Farben, Reinigungsmittel oder Körperpflegemittel. Der Großteil der Produktion wird von den weiteren Branchen in Deutschland, insbesondere von Maschinenbau, Bauwirtschaft, Automobilindustrie, Textilindustrie und Verpackungsindustrie verarbeitet.
Die Chemieindustrie gehört zu den drei innovativsten verarbeitenden Branchen in Deutschland und investiert jährlich im Schnitt 9 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung.

Die Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete in der ersten Hälfe 2014 einen Zuwachs von 3 % gegenüber 2013. Die Durchschnittpreise für Chemieprodukte blieben relativ stabil – mit einem geringen Minus von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz lag bei etwa 98 Mrd. Euro, was einen Anstieg von 2% bedeutet.

Kosmetikindustrie

Deutschland ist der führende Hersteller von Körperpflege- und Waschmitteln in der Europäischen Union (17 Mrd. EUR), mit hohem Anteil von eigener Produktion (11 Mrd. EUR – 8 % des Gesamtvolumen der Chemieproduktion in Deutschland) und einem positiven Außenhandelssaldo (+4,5 Mrd. EUR). Der Unterschied in der Bilanz zwischen der Eigenproduktion und dem Außenhandelssaldo liegt darin, dass in der Statistik die Endverbraucherpreise erfasst werden und der Berechnung des Produktionsvolumens die Großhandelspreise zugrunde liegen.

Auf der Brand Finance Liste der 50 größten Kosmetikkonzerne waren im 2013 lediglich drei deutsche Unternehmen präsent (Nivea, Schwarzkopf und Eucerin), aber mit dem Wert in Höhe von 5,8 Mrd. USD belegt Nivea Platz 4 unter den größten Marken der Welt. Die deutschen Kosmetikkonzerne wie Beiersdorf AG oder der Waschmittelriese Henkel AG haben ihre Produktionsstätten weltweit, darunter in Polen, wo ein Teil der Produktion in andere Länder, auch nach Deutschland, exportiert wird. Dabei produzieren in Deutschland auch zahlreiche europäische und US-amerikanische Großkonzerne.

Die deutschen Kosmetikunternehmen Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen bei jährlich zwischen 2,5 % und 5 % des Gesamtumsatzes, in die Werbung werden 1,7 Mrd. EUR investiert (im Jahr 2012 waren es 8,5 % aller Werbeausgaben in Deutschland). Ein Durchschnittsverbraucher in Deutschland gibt für Kosmetikprodukte etwa 160 EUR und für Reinigungsmittel rund 55 EUR im Jahr aus. Damit platziert sich Deutschland zwar in der zweiten Hälfte der zehn größten Märkte der EU, aber mit weiterhin großem Marktpotential, insbesondere für Naturkosmetik (ca. 12 % des Gesamtmarktvolumens im 2012).

Holz- und Möbelindustrie

Die Betriebe der Holz- und Möbelindustrie mit 50 oder mehr Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 33,2 Mrd. EUR, was einen Rückgang um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In 984 größtenteils mittelständischen Betrieben waren 2013 insgesamt 151.026. Personen beschäftigt.

Die Exporte der deutschen Holz- und Industrie gingen im Jahr 2013 um 2,3 % auf 9 Mrd. EUR zurück. Auch die Importe verzeichneten einen Rückgang um 1,3 % auf 9,9 Mrd. EUR. Im 2013 wurden die deutschen Produkte hauptsächlich nach Frankreich (1,3 Mrd. EUR), in die Schweiz (1 Mrd. EUR) und nach Österreich (921 Millionen EUR) exportiert. Mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. EUR und einem Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr war Polen wichtiges Importland in dieser Branche.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie /WPHI

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